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ruesselforum
04.09.10 um 00:12:53
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unser Leben mit Timmi (Gelesen: 603 mal)
sausebrause
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unser Leben mit Timmi
30.04.09 um 18:54:12
 
Unser Leben mit Timmi!

Am 16.April 1996 war ich zum Kaffeetrinken bei ehemaligen Nachbarn in Gliesmarode eingeladen. Diese Nachbarin sprudelte über vor Reden – sie wollten sich einen Hund holen und sie waren schon auf einer Ausstellung mit Golden Retrievern  und bla und blubb.
Bei diesen Nachbarn war erst ganz plötzlich die Rede von einem Hund, nachdem ich erzählt hatte, dass Axel endlich gesagt hatte – „ja Hans, wenn du deine Hündin decken lässt, dann nehmen wir einen Welpen“ (somit hätten wir bis heute keinen Hund gehabt)

Diese Nacht konnte ich überhaupt nicht schlafen, diese Nachbarn hätten vor uns einen Hund gehabt… das war damals auch schon so eine durchheulte Nacht.

Am 17. April morgens rief meine damalige Chefin an, sie wusste, dass ich gern einen Hund haben wollte: sie hätte gerade einen Anruf bekommen, ob sie einen Hund übernehmen könnte? Sie haben aber einen Kater und deshalb hat sie an mich gedacht  (vielen, vielen Dank Christiane!)

Es war ein langhaariger Rüde, ca. 4 Monate alt, fast stubenrein und er war vor ein paar Tagen ausgesetzt an einem Baum auf dem Parkplatz in Leiferde aufgefunden worden. Er wäre absolut mit Kindern begeistert und Auto würde er auch gern fahren. Diese Anruferin konnte ihn nicht behalten und wusste von der Tierliebe Christianes…
Also habe ich bei Axel angerufen, „Rotz und Wasser“ und überhaupt und so….

Gut, wenn die Frau nachmittags auf dem Weg ins Tierheim ist, kann sie ja vorbei kommen, wir gucken ihn uns an, aber nur gucken.
Juchhu!!!
Ich war sehr anständig, habe meine Klappe gehalten und den Kindern nichts verraten. Als Timmi dann kam, waren sie bei den Pfadfindern und wir Eltern konnten alleine eine Entscheidung treffen.

Um 16 Uhr hatten wir uns verabredet – um 15.30 Uhr klingelte es. Ein schwarzes Etwas wuselte herein, rannte durch den Flur, durchs Wohnzimmer vor die Terrassentür und setzte einen Haufen auf die Abtretematte.

Die Frau dachte, „gut das wars, ich bringe Timmi wohl doch ins Tierheim“
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Grüßli Susanne

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sausebrause
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Re: unser Leben mit Timmi
Antwort #1 - 30.04.09 um 18:54:53
 
Falsch gedacht meine Gute. Ich, ohne Umschweife das Häufen weggemacht und diesen Hund begeistert aufgenommen. Axel kam und auch sein Herz nahm Timmi im Sturm. Wir standen auf der Terrasse und beobachteten die Kontaktaufnahme zwischen Hund und Kindern. Birte hatte ziemlich Angst, sie war kurz vorher von einem Hund gebissen worden….

Auf meine Nachfrage, sagte mein Mann nur: „du musst das wissen, du hast die Arbeit“
„Kinder? Wollen wir den Hund behalten?“  Ein dreistimmiges „Jaaaaaaa“

18.00 Uhr die Kirchturmglocken läuteten, die hat Timmi lautstark verbellt und danach nie wieder. Als die Kinder unsere Nachbarin rausholten, sie an den Gartenzaun trat um ihn zu begutachten (sie hatte 45 Jahre lang Dackel, ihre letzte Hündin war gerade 14 Jahre alt geworden) setzte Timmi sich zu uns in den aufgestellten Halbkreis und gehörte einfach dazu.

Da ich mich schon lange mit einem Hund beschäftigt hatte, war klar, wo er seinen Napf bekam, wo er schlafen sollte und dass er auf keinen Fall in die Küche durfte.
Erstmal schnell zu Schlecker und was zu futtern kaufen. Alte Plastikschalen her gekramt etc.
Timmi probierte an dem Abend gleich erstmal aus wie es sich auf unserer Couch liegt,  er wurde nur dieses 1 Mal verwiesen . Er hat es nie wieder versucht.
Nachts hat er auf der Eckstufe im Treppenhaus geschlafen, weil der Platz , den ich ihm zugedacht hatte,gefiel ihm wohl nicht.
Er sollte auch nicht ins Schlafzimmer dürfen… hmmm das hat er auch klargestellt, entweder ihr lasst die Tür offen, damit ich gucken kann, ob ihr noch da seid oder ich pinkel davor….

Also habe ich ihm in der Ecke vor der Schlafzimmertür seinen Schlafplatz eingerichtet und die Tür blieb offen und mein Timmihund fühlte sich wohl und schlief fortan dort.

Die ersten Tage Gassigehen fand er überhaupt nicht lustig, wenn der Weg  etwas  länger wurde, ist er mir ins Kreuz gesprungen und hat abgedreht.

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sausebrause
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Re: unser Leben mit Timmi
Antwort #2 - 30.04.09 um 18:55:22
 
Himmelfahrt fuhr Timmi das 1. Mal mit nach Dänemark auf die Insel Fanö zu unserem Wohnwagen auf dem dortigen Dauerplatz.

Dort am Strand ließ ein Mann seinen Lenkdrachen steigen, dieses komische Flatterding wurde verbellt, aber Holla die Waldfee.  Er wusste auch ziemlich schnell, wer am Flattern schuld war – nämlich dieser Mann.
Auf dem Nachhauseweg sind wir durch den Ort gegangen, auch damals schon ohne Leine. Vor einem Grundstück war ein Schaf angeflockt, aber nicht mehr lange – Timmi hatte es entdeckt. Laut blöckend riss es sich los, Axel hinter Timmi her, ich hinter dem Schaf, als beide eingefangen war, kam der Besitzer raus und meinte: „hast du keine snor?“

Mutig wie mein Süßer war, sprang er auch gleich dem Stöckchen nach ins Wasser. Eine Hundefreundin mit ihrem Kurzhaarcollie war auch dabei. Beide schwammen in Richtung Stöckchen. Timmi fand seins aber nicht, die Strömung war zu groß (es war in der kleinen Fahrrinne gerade ablaufendes Wasser) und Timmi trieb immer mehr mit ab. Wir riefen und schrien: Komm her….!!! Die Hundefreundin pfiff einmal richtig laut und Timmi drehte ab und wir konnten in glücklich in die Arme schließen.

Damals (wussten wir es noch nicht ) schmiss Timmi sich in der Sand, wenn er nass war und wälzte und panierte sich – iiiiiiiiiiiiih du Ferkel, rief mein Mann schnappte ihn und warf ihn zurück ins Wasser…… Heute wissen wir, dass er sich abtrocknete und anschl. der kuscheligste Hund überhaupt war – trotz Salzwasser.

Am Nordseestrand liegen ja vermehrt Muscheln, diese eine Sorte ist länglich und kann messerscharf sein. An solch einer hat Timmi sich mal einen großen Ballen geschlitzt. Frauchen hat dann son scheußlich stinkendes Zeug draufgemacht und dann auch noch ne Binde drumgewickelt. Weil es geregnet hat, sonen bescheuerten Gefrierbeutel drübergeklebt – man war ihm das peinlich – wie ein Hund soo gucken kann?!
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Re: unser Leben mit Timmi
Antwort #3 - 30.04.09 um 18:55:58
 
Dieses bescheuerte Ding musste auf jeden Fall ab, Mist und ewig hat Frauchen das gemerkt. 1-2 Tage später lief Timmi ohne Verband rum. Hä? Wo hat er den denn? Nix zu finden, spurlos verschwunden.  Gefunden haben wir ihn zufällig, als ein Ball unter Nachbars Wohnwagen kullerte – da lag er.

Durch diese viele Wasserspielerei hat er jedes Mal auch viel Wasser geschluckt. Er war ja ein Rüde und hob sein Bein. Dann nicht mehr, solange konnte er nicht auf 3 Beinen stehen. Mit hängenden Ohren und Rute (dann konnte man ihn nämlich nicht sehen) stand er wie ein „Mädel“ und pullerte in halber Sitzstellung gestoppte 60 Sekunden.

Als wir in Esbjerg einen Korbladen fanden bei dem es auch Hundekörbe gab, stellte ich ihm zwei zur Auswahl hin – er schaute sich beide an, setzte sich dann demonstrativ in einen rein und schon wurde er gekauft.

Ich hatte inzwischen ein schlaues Hundebuch gelesen, vieles davon umgesetzt und ging mit Timmi in die Hundeschule. Da war Timmi ca. ein halbes Jahr alt und im Hundeverein war Sommerfest. Timmi hatte sich in eine wunderschöne Neufundländerhündin verguckt. Praktisch zum Besteigen war (weil es so heiß war), lag sie immer irgendwo im Schatten rum, diese Höhe war gut, Timmi hatte heute mal wieder seine Fußbank vergessen. Diese Hündin fand das aber gar nicht lustig und hat ihm das lautstark mit Schnappen kundgetan – Lass das!

Wer ich? Ich mach doch gar nichts. Irgendwann hatte sie so die Schnauze voll, dass sie Timmi über den Platz gejagt hat, er schreiend vorneweg. Die Trainerin sagte: kein Problem, das merkt er sich jetzt…..hahaha das Ganze hat sich noch mehrere Male abgespielt.
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Re: unser Leben mit Timmi
Antwort #4 - 30.04.09 um 18:56:29
 
Im Herbst: Timmi war noch nicht gechipt, aber auf seinem Halsband stand immerhin schon unsere Heimatfestnetznummer (die ja in Dänemark auch soviel nützt, wenn wir nicht zuhause sind). Wir sind unten am Strand und  alles wuselt umher, auf einmal rennt Timmi los und rennt und rennt, meine Stimme kam gegen den Wind nicht an – er rannte und rannte…. Ich stand da und sagte leise weinend: Tschüss Timmi
Plötzlich drehte er ab und kam uns wieder entgegen: die Familie dahinten, die er im Visier hatte, waren wir ja gar nicht…. Mist verguckt ! Haste was, kannste was,  schnell wieder zurück.
Vor dem nächsten Dänemarkurlaub hatte er dann einen internationalen Chip und ab Sommer 1998 unsere(damals 1.)  Handynummer auf dem Halsband mit Edding geschrieben.

Auf meinem Geburtstag sind wir morgens in Familie frühstücken gegangen. Timmi blieb zuhause. Als wir wiederkamen lag ein Blumentopf auf der Erde und eine Geschenkpackung war ausgepackt und die neun Schokotrüffel darin waren sauber ausgepackt und verschwunden.
Unsere Nachbarin ging 2x die Woche morgens mit Timmi Gassi, wenn ich  zur Arbeit war, sie hatte einen Schlüssel und als wir nicht da waren -  als sie gratulieren wollte, hat sie die Sachen auf dem Schuhschrank hinterlassen….
Wir haben dann den Nachmittagshundegang gemacht. Es war eine leichte Schneedecke. Timmi hat genau 9x die Knie krumm gemacht, beim 8 und 9x hat er anschl. seinen rotleuchtenden Hintern in den Schnee gesetzt, man hätte eigentlich das Zischen hören müssen. Ich habe auch überlegt, ob ich ihm Penatencreme dranschmieren muss.
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Re: unser Leben mit Timmi
Antwort #5 - 30.04.09 um 18:56:52
 
Als Timmi „erwachsen“ war, waren so nervende Welpen wie er selber mal einer war ja nur noch: äh pfui muss ja nicht sein, geh bloß weg!!!
Unser Campingplatzbesitzer hatte einen Labradorwelpen, als wir den Welpen  kennenlernten, war er wohl so 6-8 Monate alt. Er hieß Sam mit A gesprochen. Komm her heißt beim Dänen Kom ca – also hieß der Hund bei uns  Komcasam.

Sam trug mit Vorliebe alles in der Schnauze, was sich tragen ließ. Timmi lief auf unserem Dauerplatz frei und mit unsichtbarer Leine. Wenn wir den Platz verließen, nur an der Leine und Kopf hoch ohne Pippi vom Campingplatz. Eines Tages begleitete Sam uns, irgendjemand kam auf die Idee, gib Sam mal die Leine von Timmi…………auweia, wenn Blicke töten könnten, dann könnte ich das heute hier nicht aufschreiben: „Frauchen, wie kannst du diesem Blödmann meine Leine geben?“ Du weißt doch, du bist die einzige absolut einzige, die mich an der Leine führen darf………“
Wenn ich dabei war, durfte keiner Timmi an der Leine halten, da hat er immer geschubst und gedrängelt und ist zwischen Leinenhalter (konnten auch mein Mann oder Kinder gewesen sein) und mir gegangen bis ich das Führkommando wieder übernommen hatte .
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Re: unser Leben mit Timmi
Antwort #6 - 30.04.09 um 18:57:27
 
Urlaube und Aktivitäten


1996 – 1999 Fanö im Wohnwagen
2000            mit Bus und Vorzelt auf der Insel Als
2001 + 2002 Schweden mit Bus und Fährüberfahrten
2003               Blokhus und Insel Als/ Dänemark im Bus
2004               Landeslager im Hotel und Zingst in Fewo
2005                 Als im Bus
2006              Plön in Fehaus direkt am See
2007              Rheinsberg im Hotel und Fanö Fehaus
2008              Usedom Fewo

Kurzurlaube: mehrfach im Spreewald mit Kahnfahrten
                        mehrfach am Plauer See mit „Dampfer-Seen-Fahrten“
                        mehrfach Insel Als in Fehaus
                        Sylt in Fewo

Fahrradausflüge, Stadtgänge, Kaufhäuser mit Fahrstuhlfahrten und Rolltreppen auf dem  Arm, Bus-  und Straßenbahnfahrten, Tagesausflüge mit der Harzer Schmalspurbahn und Berlin in der U-Bahn
Freizeiten: in Hohegeiß mit Familien in einem Selbstversorgerhaus, auf Pfadfinderlagern in Bus und Zelt

Volksfest mit Feuerwerk, Großflohmärkte, diverse Osterfeuer,
große Familienfeiern, z. B. eine große Hochzeit mit 150 Gästen von mittags bis mitten in der Nacht (Ruhepausen mit Gassigehen und Schlafen im Auto)

kleiner Wesenstest im Hundeverein im Alter von 1 ½ Jahren
große Schneewanderung mit 2 oder 3 Jahren im Januar im Harz mit ca. 50 Personen und 30 Hunden aller Rassen und Größen – Eintopfessen im Wald und anschl. Kaffeetrinken in einem Hotel
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« Zuletzt geändert: 01.05.09 um 11:20:39 von sausebrause »  

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Re: unser Leben mit Timmi
Antwort #7 - 30.04.09 um 18:58:43
 
Ihr Lieben,

diese und andere Dinge haben sich in unserem Leben mit Hund abgespielt, das aufgeschriebene ist noch um einiges länger .....  Smiley

Ich weiß nicht, ob es euch nicht doch langweilt  verlegen

Darum habe ich jetzt einfach mal so mittendrin aufgehört  Zunge Kuss
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Grüßli Susanne

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Tanja/Quantino
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Re: unser Leben mit Timmi
Antwort #8 - 01.05.09 um 14:25:35
 
Hallo Susanne,

mich hat es ganz und gar nicht gelangweilt! Bitte schreib weiter!

LG
Tanja
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LG
Tanja



Gewalt bewirkt niemals etwas Gutes, weder bei Menschen noch bei Hunden. (Turid Rugaas)
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Re: unser Leben mit Timmi
Antwort #9 - 01.05.09 um 17:20:43
 
Wenn Timmi „heiße“ Damen in der Nase hatte und ich das nicht rechtzeitig gemerkt habe, dann hieß es für mich sprinten. Lauft mal hinter einem Hüter her, der die Ohren auf Durchzug hat! Einmal musste ich quer über einen feuchten frischgepflügten Acker hinterher…. Ein anderes Mal ließ ein Fahrradfahrer Timmi erst mit seiner Hündin spielen und dann schwang er sich auf sein Rennrad, hat gepfiffen und tschüss – aber irgendwie hatte Timmi dann wohl die Schnauze voll und kam mir fröhlich wedelnd wieder entgegen, meine Zunge hing glaub ich auf den Knien.

Als wir den Dauerplatz aufgegeben hatten, fuhren wir in den Urlaub mit Bus (Multivan) und Vorzelt. Timmi kannte bis vor 2 Jahren nur Busfahren mit uns. Sein Platz war im Beifahrerraum an den Füßen. Hier schlief  er auch nachts, dann hatte ich ihm seine Decke dort  hingelegt. In dem einen sehr heißen Sommer waren wir auf der Insel Als und ließen die Schiebetür bei der Wärme nachts offen. Im Vorzelt standen Timmis Näpfe. Im Futternapf war immer was drin, Timmi bediente sich nach seinem Bedarf. Eines Nachts wurden wir raschelnd und schmatzend geweckt. Auch Timmi schien es gehört zu haben und kam aus seiner „Fußraumbude“ ich hielt ihn aber fest und er durfte/musste im Platz in der Schiebetür liegend zuschauen, wie der Igel seinen Napf leerte.

2002 waren wir ein paar Tage im Bundeslager der Pfadfinder zu Besuch.  Wir sind im Mitarbeiterzelt verpflegt worden.  Pflichtbewusst und regelkonform wie ich bin, sollte Timmi während der Mahlzeiten im Bus bleiben. Die Frontscheibe war mit einer Gardine verhängt. Als wir zurück kamen, war die Gardine unten und mein Hund schaute uns freundlich wedelnd entgegen. Die nächsten Mahlzeiten durfte er mit – wir hatten uns dann einen Platz ganz hinten ausgesucht, damit sich niemand durch Timmi  gestört fühlen konnte.
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Re: unser Leben mit Timmi
Antwort #10 - 01.05.09 um 17:21:13
 
An einem Wochenende waren wir mal ohne Timmi unterwegs und die Kinder kümmerten sich um ihn. Birte kam mit ihrer Freundin Ali nachhause und Timmi begrüßte die beiden in seiner Manier: er sprang hoch, mit den Vorderpfötchen gegen den zu begrüßenden. Leider war Ali nicht darauf vorbereitet und fiel rückwärts von unserem Treppenpodest in das darunter liegende Beet. Birte rief mich dann an und erzählte die Geschichte. Meine 1. Frage war: und wie kaputt ist der Rhododendron? Mama du fragst gar nicht, ob Ali sich weggetan hat…ztztztztztz..
Dieses Anspringen machte Timmi aber nur bei bekannten für ihn speziellen Menschen. Ein Freund von uns musste sich dabei immer gleich schmerzverzehrt nach unten beugen…. Ob das eine Verknüpfung bei Timmi, war kann ich aber nicht sagen, fällt mir jetzt erst beim Schreiben so auf.

Als er wohl so ein Jahr bei uns war, hat Axel den Gartenzaun zur Straße hin, neu gemacht. Das  heißt, für 1-2 Tage gab es keinen. War für Timmi kein Problem, er hat die Grundstücksgrenze auch so akzeptiert und lief auch nicht raus um jemanden von der Familie zu begrüßen.

Wir hatten hier eine Hunderunde mit Rüden und Hündinnen. Timmi spielte gerne mit Ball oder Ring. Aber auf den Spaziergängen eigentlich weniger, was sicher auch besser war. Die eine Hündin trug immer einen Ball, gab ihn auch ungern her. Ab und zu war aber was interessanter und schwups  hatte Timmi ihr den Ball geklaut – Hunde sind ja nicht dumm – sie hat dann einfach Pippi gemacht und da er drüber pinkeln wollte, aber mit Ball in der Schnauze geht das nun auch wieder nicht – zack hatte sie ihren Ball wieder.

Er hat mal zusammen mit einem American Staffordshire nach Mäusen gebuddelt – irgendwie kam Timmi Satchmo in den Weg und klock hatte er einen Kinnhaken. Grinsend
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Re: unser Leben mit Timmi
Antwort #11 - 01.05.09 um 17:21:43
 
Ein ganz großes Erlebnis nicht so schöner Art hatten wir, da war Timmi wohl so 3 Jahre alt. Ich habe damals in einem kleinen Schreibwarenladen gearbeitet, d.h. ich war da alleine im Verkauf. Unsere Nachbarin ging an diesen Tagen immer so gegen 10 Uhr mit Timmi raus (ihre Hündin war inzwischen gestorben und so war ihr Timmi ein lieber Ersatz). Timmi hatte damals sein Halsband nur zum Gassigehen um (seitdem wurde es immer erst abends abgemacht). Frau Prill kam also um Timmi zu holen, schloß die Tür auf und der Derwisch zack raus und weg…. Frau Prill war zu diesem Zeitpunkt schon gut über 80 Jahre alt. Sie hatte keine Chance. Der Nachbar gegenüber bot ihr gleich an, als er sie rufend sah, dass sie Timmi mit dem Auto verfolgen. Er war wie vom Erdboden verschwunden – Frau Prill am Boden zerstört. Bei mir im Laden anrufen, kam irgendwie nicht in Frage!?
Sie schrieb einen Zettel, was passiert  war und unsere jüngste fand nun diesen Zettel beim Nachhausekommen. Sie auch geistesgegenwärtig, Mama kann nicht helfen, rief meine Freundin an (die vom Eddihund). Dann machten die beiden sich auf den Weg, mein Kind hatte an Halsband und Leine gedacht. Gemeinsam fuhren sie erstmal an der vielbefahrenen Straße hier lang, dann wollten sie sich trennen und in der Siedlung weitersuchen. Als sie am Querweg zum Sportplatz kamen fuhr gerade der Tierschutz vor, die meinen Hund gerade einladen wollten. Sie konnten erklären, was passiert war und als ich von der Arbeit kam – saß ein völlig verstörter Hund im Haus.

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Re: unser Leben mit Timmi
Antwort #12 - 01.05.09 um 17:22:05
 
Rekonstruiert haben wir dann: es muss irgendwo ein heiße Hündin gewesen sein. Timmi hormongesteuert zu ihr hin, dort muss er Schläge, Tritte oder wer weiß was bekommen haben… dadurch war er wohl so verstört, dass er seinen Nachhauseweg nicht mehr wusste. Denn dort wo er gefunden wurde, sind wir oft unterwegs gewesen. Er saß zitternd und verstört in einer Zaunecke.  Eine Hundehalterin, die ihn kannte(sie hat selber einen unverträglichen Rüden) sah ihn, holte wiederum eine tierliebe Mitbewohnerin, weil sie glaubte Timmi hätte Tollwut, er schäumte (daher unsere Vermutung mit der heißen Hündin)
Also diese gute Frau kannte sich mit Hunden aus, versuchte an Timmi heranzukommen, was er nicht zuließ. Sie rief dann den Tiernotruf. Die sagten ihr, sie muss Timmi irgendwie festhalten, sonst kommen sie nicht….. grrrrrrr
Die Frau schmierte also ein Leberwurstbrot, erst wollte er nicht  - dann okay, ich nehms – aber du fast mich nicht an!!! So ging das Spiel weiter, beim 3. Brot ließ er sich anfassen. Diese Hundehalterin war nicht bereit – vorübergehend ein Halsband und Leine zur Verfügung zu stellen – also wurde Timmi glaub ich ein Gürtel oder sowas umgebunden.  Dann wieder den Tierschutz angerufen – das Ganze hat wohl fast 2 Stunden gedauert – leider oder Gott sei Dank – damit konnte meine Tochter ihn wieder glücklich in die Arme schließen.

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Re: unser Leben mit Timmi
Antwort #13 - 01.05.09 um 17:25:37
 
Bei unserem 1. Urlaub mit Bus und Vorzelt nach der Fanözeit, fuhren wir auf einen sehr schönen Campingplatz auf die Insel Als. Timmi blieb immer in unserer Nähe auch während des Aufbaus. Auf einmal war er weg…. Freudestrahlend kam er aus der dortigen Hecke und legte mir etwas vor die Füße.  Es war ein Stück  ca. ¼ Fetzen von einem Tennisball.

Die hat er überall gefunden. Nachdem er gleich im 1. Sommer bei uns, sich die Fangzähne runterpoliert hatte, hatten wir keine Tennisbälle mehr - nun ja dann muss man die sich als Hund halt selber besorgen.



Wir wussten ja lange nicht, welche Mischung Timmi ist, von Hovawart schwarz/marken, über Cockerspaniel, Dackel und Spitz (?) hatten wir alles. Es muss so Anfang 2002 gewesen sein, da stand in der Zeitschrift "Partner Hund"  ein Artikel über Altdeutsche Hütehunde und deren Schläge, und das sie auf der roten Liste des Aussterbens stehen. Alles was da bei der Gelbbacke geschrieben stand, passte auf Timmi. Nur die Größe für einen Rüden nicht. Rein war er sicher auch nicht, da die Gelbbacken meist Stehohren haben und glattes Fell. Die Schäfer haben aber nicht unbedingt rein gezüchtet, wenn die einen anderen Schlag bei ihren Schafen dabei hatten, dann eben auch die beiden. Wichtig war wohl der Arbeitseifer und nicht das Aussehen.
Kurze Zeit nachdem ich diesen Artikel gelesen hatte, sprach mich ein Mann im Spreewald an - ob Timmi eine Gelbbacke sei. Seine Hündin sähe genauso aus!? Diese Gelbbacken wurden überwiegend im Osten/Ostharz und auf der schwäb. Alb gezüchtet.... Nun seitdem steht für uns fest, dass zumindest eine Gelbbacke bei Timmi mitgemischt hat, da er ja ein ganz schlauer war, schnell kapiert hat und uns als Familie speziell beim Fahrradfahren gehütet hat. Er hat uns auch immer in die Kniekehlen gestupst und son bißl in die Hose (ohne Haut mitzunehmen) gezupft, wenn wir noch vorm angesagten Gassigang ins Wohnzimmer oder so gegangen sind.
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Re: unser Leben mit Timmi
Antwort #14 - 01.05.09 um 17:39:55
 
Timmi hat meinem Mann jedes Wochenende, wenn die beiden los wollten - Brötchen holen - angezeigt: Herrchen nimm die Leine mit.

Mein Mann machte immer alles ohne Leine, Timmi musste dann auch beim Edeka vorm Laden absitzen. Bzw. hatte er einmal die Leine vergessen. Sooo, Timmi wusste ja immer wo wir reingehen.... Mein Mann steht an der Kasse, aufeinmal schreit eine Frau: da ist ein Hund! Diese Türen gehen ja automatisch auf, Timmi also schnurstracks gerade aus in den Laden, da geht Herrchen auch immer, der stand aber schon links an den Kassen. Timmi abgerufen und wieder rausgebracht. "Sitz und Bleib" umgedreht, weil er noch nicht bezahlt hatte, Timmi unsichtbar hinter ihm her. Grinsend

Unser Wohnzimmer wird in der Übergangszeit nur und im Winter mit Kachelofen zugeheizt. Das Treppenhaus ist somit kalt. Dort standen aber Timmis Näpfe und er sollte da ja drankommen. Der Herr meinte dies mehrmals am Abend zu müssen. Mal stand die Tür mehr und mal weniger weit offen und es zog Frauchen an den Füßen. Mit 7 Jahren hatte er den Clicker kennengelernt. Frauchen ja auch nicht dumm - also habe ich Leberwurst an die Tür in Schnauzenhöhe geschmiert und fein beclickert als Timmi sie abgeleckt hat. Wie gesagt er kapiert ja schnell. Das ist und war das einzige Kommando "Tür zu" was immer ein Leckerli als Folge hatte.
Es kam zum Schluß soweit, dass wenn ihm langweilig war, ging er raus, kam wieder rein, setzte sich fein vor uns hin, schaute von einem zum anderen und wartete aufs Kommando. Irgendwann dachte ich: nö so nicht!  Hahaha Timmi ging zur Tür und machte sie noch weiter auf.
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